Hangabrutsch in Stadt Wehlen
Die Elbe steigt seit Tagen. Die dauernden Regenfälle durchweichen den Boden. Gegen 8 Uhr rutscht in Stadt Wehlen im Elbsandsteingebirge ein stufenförmig angelegter Hang ab. Übrig bleibt ein Trümmerfeld.
Zwischen umgestürzten Gehölzen, Sandstein- und Betonbruchstücken der ehemaligen Terrassenbegrenzung und den noch stehenden, absturzgefährdeten Resten zieht eine Betonplatte die Aufmerksamkeit auf sich. Die Wucht hat die komplette Platte aus der Verankerung herausgerissen, sie steht jetzt mehr als ein Meter tiefer als vor 24 Stunden und droht den Hang herunterzurutschen.
Die herbeigerufene Fachkommission entschließt sich für das Hinzuziehen des THW Pirna. Gegen 12.30 werden die Helfer alarmiert und treffen gegen 14 Uhr an der Unglücksstelle ein. Vom Amt werden die genauen Aufgaben mitgeteilt: Sicherung des Betonblocks und Zerstörung dessen sowie die Sicherung der anderen vom Einsturz bedrohten Mauerfragmente am Hang. Die 15 Helfer machen sich an die Arbeit und tragen das benötigte Werkzeug den Hang hinauf. Keine leichte Arbeit, denn Vorschlaghammer, Kettensäge, Greifzüge und später die Beleuchtung müssen über 100 Stufen hinauf und am Abend wieder heruntergebracht werden. Während der 1. Trupp einen provisorischen Schutzwall gegen möglichen Steinschlag zum Schutz der darunter liegenden Wohngebäuden errichtet, versorgt der 2. Trupp sie mit dem nötigen Baumaterial vom Versorgungsfahrzeug.
Gegen Nachmittag wird die Betonplatte gesichert. Unterdessen laufen die Arbeiten an den anderen Schadensstellen auf Hochtouren. Entweder
wir zerstören kontrolliert gefährliche Mauerreste oder stützen sie großflächig ab. Ein immer wiederkehrendes Problem ist die Frage der
Sicherungspunkte. Da es weiterhin regnet und der Hang kaum fest wirkende Sicherungspunkte bietet, müssen wir ein wenig improvisieren. Die Arbeiten an der Betonplatte
gestalten sich schwieriger als angenommen und wir kommen nur mühsam voran. Wir stellen die Arbeiten gegen 22.30 Uhr ein und beschließen die
Zerstörung am folgenden Montag zu beenden. Wir packen unser Material und verlassen über die inzwischen überflutete Elbuferstraße den
Einsatzort. Am darauf folgenden Tag kehren ausgewählte Helfer mit dem GKW I zum Einsatzort zurück, um die Betonplatte zu zerstören.
Daten zum Einsatz
Einsatzdatum: 11. bis 13.3.2000
Einsatzart: 2.3 Erdrutsch, -beben, -senkungen
Einsatzstärke: 15 Helfer am 11./12., 8 Helfer am 13.; ingesamt 302 Helferstunden
Geräte im Einsatz: u.a. GKW I, MTW, Motorkettensäge, 2 Greifzüge, Bohr- und Aufbrechhammer, Beleuchtungssatz und div. Holz
Einsatzanforderer: KatS-Behörde





