Beseitigen der Folgen eines Hangabrutsches und Vandalismus
Ein seltsamer Zug bahnte sich am Samstagmorgen seinen Weg durch die verschlafenen Dörfer am Rande von Pirna. Die Einsatzfahrzeuge des 1. Technischen Zuges fuhren unter Beachtung der zulässigen Höchstlast auf verschlungenen Wegen ihrem Einsatzziel entgegen: Mühlsdorf bei Lohmen.
Die Gemeinde Lohmen hatte das THW Pirna angefordert, um die Folgen eines kleinen Hangabrutsches zu beseitigen. Unter der Führung von Zugführer Mirco Kammann sollten die Gruppen getrennt vorgehen. Während der 2. Bergungsgruppe das Niederlegen einer unterspülten Betonplatte sowie das Fällen von 3 Bäumen übertragen wurde, sollte die 1. Bergungsgruppe am nahegelegenen Richard-Wagner-Denkmal die Sanierungsmaßnahmen unterstützend vorbereiten. Hierzu sollte die von Vandalen zerstörte Sandsteineinfassung wieder an den alten Platz gebracht werden.
Die Einsatzstelle der 2. BG befand sich direkt im Biergarten der mittlerweile verfallenen Lochmühle. Zunächst wurden drei Bäume fachgerecht am oberen Hangende gefällt und anschließend entästet und zerkleinert. Die Arbeit gestaltete sich stellenweise als sehr schwierig, da die Arbeit mit der Kettensäge am bzw. im Hang durchgeführt wurde.
Unterdessen hatte die 1. Bergungsgruppe auf den vorsorglich mitgebrachten Bergeturm verzichtet und stattdessen mit dem eher handlichen Gerüstbausatz einen Lastarm gebaut. Verständlich, denn die Einsatzstelle Richard-Wagner-Denkmal befindet sich in einem nicht befahrbaren Tal und das eingesetzte Material mußte mühsam zu Fuß zur Einsatzstelle gebracht werden. Schwierig gestaltete sich die Sicherung des Lastarmes, da sich in der direkten Umgebung kein Punkt anbot, an dem der Greifzug angeschlagen werden konnte. Kurzerhand wurde durch herumgelegte Endlosseile (sog. Schlupfe) das Eigengewicht des Denkmals samt Sockel für diese Aufgabe genutzt. Der Greifzug erledigte dann den Rest: Die 9 Sandsteinblöcke mit den Maßen ca. 0,9x0,4x0,4m auf eine Höhe von 3 Meter anheben. Abschließend wurde am Ufer des Baches in der Nähe des Denkmals nach weiteren Steinen geforscht, aber keine gefunden. So bauten die Helfer zurück und unterstützen die 2. BG.
Gemeinsam wurde dann eine Stromversorgung zur Einsatzstelle aufgebaut und die nur noch vom Geländer gehaltene Betonplatte mit den Maßen ein 1x2m niedergelegt. Die Aufgabe gestaltete sich komplizierter als gedacht. Der Beton erwies sich härter als erwartet und die Betonplatte als Arbeitsfläche selbst drohte natürlich, nach der erfolgreichen Trennung vom Geländer den Hang herunter zu stürzen. Wie wichtig die Sicherung von Personen und Material war, zeigte sich, als sich die Betonplatte unerwartet talwärts in Bewegung setzte. Damit war der Einsatzauftrag erfolgreich abgeschlossen, das Material wurde auf den Fahrzeugen verlastet.
Daten zum Einsatz
Einsatzdatum: 27. April 2002
Einsatzart: Amtshilfe
Einsatzstärke:
Geräte im Einsatz: GKW I, GKW II, MAN mit Kran 19mt, Greifzug, Gerüstbausatz1, Stromerzeuger, Aufbruchhammer, Kettensäge und Sicherheitsausrüstung
Einsatzanforderer: Gemeinde Lohmen





